Kolumbiens Präsident kündigt Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu Israel an

Wegen des israelischen Vorgehens im Gazastreifen hat Kolumbiens Präsident Gustavo Petro den Abbruch der diplomatischen Beziehungen seines Landes zu Israel angekündigt. Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu bezeichnete Petro als "genozidal". (Juan BARRETO)
Wegen des israelischen Vorgehens im Gazastreifen hat Kolumbiens Präsident Gustavo Petro den Abbruch der diplomatischen Beziehungen seines Landes zu Israel angekündigt. Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu bezeichnete Petro als "genozidal". (Juan BARRETO)

Wegen des israelischen Vorgehens im Gazastreifen hat Kolumbiens Präsident Gustavo Petro einen Abbruch der diplomatischen Beziehungen seines Landes zu Israel angekündigt. "Morgen werden die diplomatischen Beziehungen zum Staat Israel abgebrochen", sagte Petro am Mittwoch in einer Rede vor Anhängern in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá.

Den israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu bezeichnete Petro als "genozidal", einen Völkermord begehend. Bereits am 20. Februar hatte der linksgerichtete Präsident Israel einen Völkermord an den Palästinensern im Gazastreifen vorgeworfen. Petro hatte daraufhin den Kauf von Waffen aus Israel gestoppt, das bis dahin zu den wichtigsten Ausrüstern für die Sicherheitskräfte des südamerikanischen Landes zählte.

In einer ersten Reaktion bezeichnete der israelische Außenminister Israel Katz den kolumbianischen Präsidenten als "Antisemiten". Petro habe zugesagt, "die Mörder und Vergewaltiger der Hamas zu belohnen", schrieb Katz im Onlinedienst X. "Heute hat er sein Versprechen eingelöst."

Der Gazakrieg hatte am 7. Oktober mit dem Überfall der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas auf Israel begonnen. Die von den USA und der EU als Terrororganisation eingestufte Hamas hatte israelische Ortschaften überfallen, Gräueltaten verübt und nach israelischen Angaben mehr als 1170 Menschen getötet.

Israel kündigte als Reaktion die Vernichtung der Hamas an und startete einen massiven Militäreinsatz im Gazastreifen. Dabei wurden nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums, die sich nicht unabhängig überprüfen lassen, bislang mehr als 34.500 Menschen getötet.

Kolumbien unterstützt gemeinsam mit dem Nachbarland Brasilien das von Südafrika gegen Israel angestrengte Verfahren vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag. Die Kläger werfen dem Land einen Bruch der Völkermordkonvention von 1948 vor.

ju