Kolumne Immer Hertha: Hertha und die Distanzschüsse: Can man machen!

Nationalspieler Emre Can (Mitte) bei seinem Weitschusstor gegen Aserbaidschan

Das letzte Mittel, sagen sie. Ein Ausdruck spielerischer Verzweiflung, sagen sie. Bestenfalls eine Notlösung, sagen sie – rückständig und uninspiriert. Und natürlich haben die Fußball-Ästheten dieser Welt damit irgendwie recht, wenn sie mal wieder über den Distanzschuss herziehen, diese Brechstangen-Methode, die mehr und mehr aus der Mode gekommen ist. Gleichzeitig liegen sie aber auch total daneben, denn so ein krachendes Pfund, das wie an der Schnur gezogen durch den Strafraum fliegt und das Tornetz in seiner Urgewalt fast aus den Angeln reißt, ist doch im Grunde wie ein gutes Designerstück: geradlinig und schlicht, auf den Punkt gebracht, formvollendet.

Und Sie, lieber Herr Löw, als Bundestrainer gewissermaßen der Chefdesigner des deutschen Fußballs, kommen mir jetzt bitte nicht mit einem "ja, aber". Ich habe das Lächeln nämlich genau gesehen, das Ihnen am Sonntagabend über die Lippen huschte, und zwar in Großaufnahme. Nationalspieler Emre Can hatte den Ball soeben aus 25 Metern ins Tor der Aserbaidschaner gedroschen – brachial, entschlossen, mit Schmackes eben, und Sie, lieber Herr Löw, haben sich gefreut, auch wenn Sie seit Jahren ein anderes Ideal predigen.

Hausmannskost vs. Fünf-Sterne-Fußball

Denn wenn es nach Ihrem Geschmack geht, sollen Tore möglichst elegant sein, sowohl technisch als auch taktisch högschden Ansprüchen genügen. Spektakuläre Dribblings. Blitzsaubere Kombinationen. Hier und da ein Hackentrick. Kann man alles machen, wird im besten Fall sogar zum Hochgen...

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