Komitee: Mindestens 21 Journalisten wurden 2020 wegen ihrer Arbeit ermordet

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Angehörige bei der Beerdigung einer ermordeten Journalistin in Mexiko

Weltweit sind in diesem Jahr mindestens 21 Journalisten aufgrund ihrer Arbeit ermordet worden. Die Zahl lag damit doppelt so hoch wie im Vorjahr, wie das Komitee zum Schutz von Journalisten (CPJ) am Dienstag mitteilte. Am gefährlichsten war die Situation demnach für Medienschaffende in Mexiko, wo den Angaben zufolge mindestens fünf Journalisten aus Vergeltung getötet wurden.

Insgesamt seien 30 Journalisten in Ausübung ihrer Arbeit getötet worden, teilte das Komitee mit. Darüber hinaus würden die Hintergründe von 15 weiteren Todesfällen untersucht.

Schockiert äußerte sich das CPJ unter anderem über die Hinrichtung des oppositionellen Bloggers Ruhollah Sam im Iran. Dabei habe es sich um einen "staatlich geförderten Mord" gehandelt.

Vergangene Woche hatten das CPJ sowie die Organisation Reporter ohne Grenzen ein Rekordkoch bei den Inhaftierungen von Journalisten gemeldet. Mindestens 387 Journalisten weltweit befinden sich demnach in Gefangenschaft.

CPJ-Direktor Joel Simon erklärte am Dienstag, die Zunahme an Ermordungen von Journalisten sowie der Rekord bei den Inhaftierungen zeige deutlich, "dass die Pressefreiheit in beispielloser Weise angegriffen" werde - und dies "inmitten einer globalen Pandemie, in der Informationen essenziell sind". Der internationalen Gemeinschaft warf Simon vor, nicht genug gegen die Straffreiheit der Verantwortlichen hinter den Ermordungen von Journalisten zu unternehmen.

isd/fwe