Kommandant von US-Flugzeugträger schlägt wegen Coronavirus Alarm

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Flugzeugträger "USS Theodore Roosevelt"
Flugzeugträger "USS Theodore Roosevelt"

Der Kommandant des vom Coronavirus betroffenen US-Flugzeugträgers "USS Theodore Roosevelt" hat in einem dramatischen Brief Alarm geschlagen. "Wir befinden uns nicht im Krieg. Es müssen keine Seeleute sterben", schrieb Kapitän Brett Crozier laut Medienberichten vom Dienstag an die Führung der US-Marine. Die Ausbreitung des Virus an Bord des Kriegsschiffes mit mehr als 4000 Besatzungsmitgliedern dauere an und beschleunige sich.

Crozier bat laut den Zeitungen "San Francisco Chronicle" und "New York Times" darum, fast die gesamte Besatzung auf der Pazifikinsel Guam, wo sich die "USS Theodore Roosevelt" derzeit befindet, unter Quarantäne stellen zu dürfen. "Die Mehrheit der Besatzung eines US-Atomflugzeugträgers im Einsatz von Bord zu nehmen und zwei Wochen lang zu isolieren, mag wie eine außerordentliche Maßnahme erscheinen", schrieb der Kommandant weiter. "Es ist ein notwendiges Risiko."

Die US-Marine bestätigte den genauen Inhalt des Schreibens zwar nicht; ein Vertreter der Navy erklärte aber, der Kommandant habe dafür geworben, mehr Besatzungsmitglieder in Einrichtungen unterzubringen, die eine bessere Isolierung ermöglichen. Auf Guam befindet sich ein Stützpunkt der US-Marine. Dort gibt es aber nicht ausreichend Betten für alle Besatzungsmitglieder des Flugzeugträgers.

Auf der "USS Theodore Roosevelt" waren Anfang vergangener Woche zunächst drei Seeleute positiv auf das Coronavirus getestet worden. Laut "San Francisco Chronicle" wurden inzwischen mehr als 100 Coronavirus-Infektionen bestätigt.

Der Flugzeugträger hatte vor Guam seinen letzten Stopp in Vietnam. Ob sich die ersten Marinesoldaten dort ansteckten, ist aber unklar.