„Wir kommen schneller voran als erwartet“ - Bayer-CEO Anderson schafft Bürokratie ab und lässt Mitarbeiter entscheiden

Bayer-CEO Bill Anderson baut den Leverkusener Konzern um und Stellen ab.<span class="copyright">IMAGO/Panama Pictures</span>
Bayer-CEO Bill Anderson baut den Leverkusener Konzern um und Stellen ab.IMAGO/Panama Pictures

Bayer vollzieht aktuell eine Umstrukturierung. Laut CEO Bill Anderson wird sein Unternehmen damit bis Ende des Jahres zu 70 Prozent fertig sein. Die Aktie des Pharma-Konzerns bleibt dennoch träge.

Die Restrukturierung bei Bayer##chartIcon wird bis Ende 2024 zu 70 Prozent abgeschlossen sein. Das sagt CEO Bill Anderson im Interview mit dem „Handelsblatt“. Damit liegt das Unternehmen vor dem ursprünglichen Zeitplan. Anderson sagt: „Wir kommen schneller voran als erwartet.“ Der Konzern werde damit ab 2026 jährlich zwei Milliarden Euro sparen können.

Anderson schafft Hierarchien ab

Bereits dieses Jahr seien die Ergebnisse des Umbaus durch Kostensenkungen, Bürokratieabbau und beschleunigte Projekte sichtbar. Anderson, der seit einem Jahr den Leverkusener Konzern leitet und im Herbst 2023 mit dem Umbau begann, hat die Hierarchie-Ebenen innerhalb des Unternehmens reduziert und traditionelle Abteilungen durch eigenverantwortliche Teams ersetzt. Diese Vorgehensweise gilt als einzigartig in der deutschen Unternehmenslandschaft.

Anderson kritisiert in dem Interview mit dem „Handelsblatt“ die überladenen Hierarchien, komplexen Entscheidungswege, langwierigen Budgetprozesse und starren Regeln in Unternehmen. Er merkt an, dass Unternehmen, je größer sie werden, um so mehr professionelle Manager einstellen, die neue Prozesse schaffen und kontrollieren wollen. Anderson nennt das die „Geburtsstunde der Bürokratie“.

Mehr Verantwortung für Mitarbeiter

Das wolle Bayer anders machen. Anderson erklärt gegenüber dem „Handelsblatt“: „95 Prozent der Entscheidungen werden in Zukunft vom Team selbst getroffen, also von denen, die die Arbeit machen. Nicht mehr von Vorgesetzten und deren Vorgesetzten.“ Nach früheren Aussagen strebt Anderson danach, bei den Mitarbeitern ein Gefühl der Verantwortung zu schaffen, indem sie ein „Sense of Ownership“ entwickeln, berichtet „finanzen.net“.

Aussagen ohne Einfluss auf Bayer-Aktie

Eine starke Pharma-Pipeline aufzubauen, die rechtlichen Risiken zu reduzieren, die Verschuldung zu senken und das neue Organisationsmodell weiter einzuführen, sollen in den nächsten 24 bis 36 Monaten das Ziel des Unternehmens sein, berichtet das „Manager Magazin“.

Auf den Kurs der Bayer-Aktie hatten die Aussagen des Bayer-Chefs jedoch keine signifikanten Auswirkungen.