Kommentar: Antisemitische Proteste in Deutschland - ISIS hui, Israel pfui?

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Demonstranten verbrennen in Berlin eine selbstgebastelte Israel-Flagge (Bild: Jüdisches Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus e.V./dpa)
Demonstranten verbrennen in Berlin eine selbstgebastelte Israel-Flagge (Bild: Jüdisches Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus e.V./dpa)

Sie demonstrieren wieder in Deutschland: Tausende wütende Menschen, die meisten von ihnen Muslime mit arabischem oder türkischem Migrationshintergrund. Zumindest halten sie sich für wahre Muslime. Verflucht werden: “Die Juden”.

Einzelne Demonstranten rufen nach einem neuen Holocaust, andere tarnen ihren Judenhass mit dem beschönigenden Begriff “Anti-Zionismus”. Angeblich geht es um Freiheit und Rechte der Palästinenser und den vermeintlich unrechtmäßigen Zugriff auf Jerusalem; doch im gleichen Atemzug wird auch den Christen ihr Bezug zu Jerusalem abgesprochen. Denn Christen sind für sie “Kuffar” – Ungläubige, und somit nichts als eine Art “Untermenschen”. Doch das Hauptübel sind Israel und “die Juden”.

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Der Judenhass, wie er sich im Dezember 2017 in Deutschland darstellt, erinnert in seiner Radikalität an die Nazis; die Sprache erinnert an die Terrorgruppe ISIS.

Natürlich repräsentieren die Teilnehmer dieser Hassdemos nicht die Mehrheit der Muslime in Deutschland; solches zu behaupten wäre nicht nur unsachlich, sondern schlicht gelogen. Es ist ein zwar kleiner, aber – und hier liegt das Problem – keineswegs unbedeutender Teil der muslimischen Gemeinde in unserem Land.

Warum brannten keine ISIS-Flaggen?

Als ISIS (auch IS – “Islamischer Staat” – genannt) in den letzten vier Jahren wütete, die Mitte des Iraks “christenrein” machte und einen in der jüngeren Zeit beispiellosen Völkermord an den Jesiden verübte, gab es keine Anti-ISIS-Demos aus dem Kreis der oben genannten Gruppe.

Niemand von denen, die jetzt gegen Israel und Juden demonstrieren, ging damals gegen jene auf die Straße, die im Namen des Propheten unsägliche Gräuel verübten. Abgesehen von einigen wenigen Gruppen wie “12thMemoRise” – und diese erhielten dafür Morddrohungen – gab es schlicht keine muslimischen Proteste. Keine ISIS-Flaggen wurden verbrannt, keine Menschenmassen zogen durch die Straßen und riefen “Kindermörder ISIS”. Das Schweigen war ohrenbetäubend: Es drückte Ignoranz, wenn nicht gar stillschweigendes Einverständnis aus.

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So ist das, wenn im Namen des Islam gemordet und vernichtet wird. Aber eines ist sicher: Sollte irgendwo eine Mohammed-Karikatur erscheinen oder Israel eine Raketenstellung der Terrorgruppe Hamas zerstören, dann sind die Straßen wieder voll. Dann marschieren sie wieder, die Heuchler und Terrorunterstützer.

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