Kommentar: Berlins Bäder-Betriebe bleiben eine Baustelle

Die hoch subventionierte Anstalt verfehlt die Erwartungen deutlich, meint Joachim Fahrun.

Knapp 50 Millionen Euro sind eine Menge Geld. So viel und noch einmal sechs Millionen Euro dazu für Investitionen haben Senat und Abgeordnetenhaus im vergangenen Jahr den Berliner Bäder-Betrieben zur Verfügung gestellt. Der laufende Zuschuss wuchs allein um vier Millionen Euro. Damit war eine andere Erwartung verbunden als Besucherschwund, Umsatzeinbußen und eine Einschränkung der angebotenen Wasserzeiten in den Berliner Bädern.

Berlins Hallenbäder verlieren drastisch an Badegästen

Genau das ist aber geschehen, auch wenn sich die Bäder-Chefs alle Mühe geben, die Realitäten zu verschleiern. Wer in einem Jahr mit einem durchschnittlichen Sommer seine Pläne eklatant verfehlt, kann das sicher nicht auf schlechtes Wetter und ausbleibende Gäste in den Freibädern schieben. Zumal interne Zahlen belegen, dass dort sogar mehr Gäste Eintritt zahlten als geplant.

Die rot-rot-grüne Koalition und insbesondere der neue Sportsenator Andreas Geisel (SPD) hat von seinem Vorgänger Frank Henkel (CDU) mit den Bäder-Betrieben eine veritable Baustelle geerbt. Frühere Ideen, attraktive Spaßbäder zu bauen und dafür alte Schwimmhallen dichtzumachen, sind politisch unerwünscht. Alle Bäder sollen offen bleiben, Schwimmen wird als Daseinsvorsorge verstanden. Aber wenn man das möchte, muss man es auch ernst nehmen und etwa die abschreckend hohen Eintrittspreise überdenken.

Man stelle sich mal vor, bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) liefe es ähnlich wie bei den Bädern. Sie bekämen zwar mehr Geld, fänden ...

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