Kommentar: Warum die Eröffnung der Staatsoper eine Mogelpackung ist

Nach den Eröffnungsfeiern schließt das Konzerthaus wieder. Das kostet Geld und Renommee, meint Volker Blech.

Das Publikum sitzt irgendwann wieder in der Staatsoper Unter den Linden und staunt über das frisch sanierte, technisch hochmoderne Traditionshaus. Die Bauverantwortlichen wissen um den Zauber des ersten Augenblicks und schieben deshalb die Opernleute derzeit ins Rampenlicht, die natürlich versichern, dass künstlerisch alles toll wird, wenn sich am 3. Oktober der Premierenvorhang zur Wiedereröffnung hebt.

Dennoch bleibt die Sanierung, die sich sieben Jahre lang hingezogen hat und am Ende rund 400 Millionen statt 239 Millionen Euro kosten wird, ein Berliner Baudesaster. Selbst der lange angekündigte Neubeginn am 3. Oktober ist eine Wackelpartie. Bis zum Montag hat sich Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke) sogar gescheut, den Termin öffentlich zu bestätigen. Fragen danach wurden einfach weggeschwiegen. Mit Blick auf den Flughafen-Bauskandal ist der politische Druck in Sachen Staatsopern-Sanierung groß.

Die Inbetriebnahme erfolgt auf Raten

Der Teufel stecke in den Mauern, sagt Staatsopern-Intendant Jürgen Flimm und hält damit gar nichts mehr für unmöglich. Er soll in den Baubesprechungen auch laut geworden sein. Was musste in den letzten Jahren nicht alles als Ausrede herhalten für die Bauverzögerungen. Es ging um vergessene Pfähle im Untergrund, marode Bausubstanz und das Grundwasser. Ein vom Abgeordnetenhaus eingesetzter Untersuchungsausschuss kam zum Schluss, dass auch viel Misswirtschaft im Spiel war.

Die Wiedereröffnung wird dem Opernensemble nicht nur internation...

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