Kommentar "Frankfurter Allgemeine": Carlos Ghosn

Die "Frankfurter Allgemeine" schreibt über die Verantwortung Nissans im Skandal um Ex-Chef Carlos Ghosn:

"Wenn Ghosn, wie es Nissan in plausibler Weise behauptet, eine übermächtige Führungsperson war, die sich selbst bereicherte, dann sind an seinen behaupteten Machenschaften nicht nur er selbst, sondern auch all diejenigen Schuld, die fehlende Transparenz zugelassen und den simplen Regeln einer guten Unternehmensführung nicht gefolgt sind. Wie kann es sonst in einem internationalen börsennotierten Konzern geschehen, dass der angestellte Chef die Gehälter führender Manager und sein eigenes dazu eigenhändig festlegt? Wie konnte Nissan mit Renault in den Niederlanden eine Gesellschaft gründen, die angeblich von keinem Partner kontrolliert wurde? Warum ließen sich Fragen stellende Rechnungsprüfer mit dem Bescheid abspeisen, es sei Chefsache? Nissans Untersuchungsbericht über den Fall Ghosn zeigt: Es ist zuvörderst ein Fall Nissan."