Kommentar "Frankfurter Allgemeine": Generalsekretär der EU-Kommission

Die "Frankfurter Allgemeine" kommentiert die Rücktrittsforderungen an den Generalsekretär der EU-Kommission Selmayr:

"Das EU-Parlament lässt nicht locker. Abermals verlangt es den Rücktritt des Generalsekretärs der Europäischen Kommission, Martin Selmayr. Es geht im Kern um die Art und Weise, wie deren Präsident, Jean-Claude Juncker, seinen engsten Mitarbeiter, unter fragwürdiger Auslegung oder gar Überdehnung einschlägiger Vorschriften, auf den obersten Beamtenposten der Behörde gehievt hat - jener Institution, die nach dem Rücktritt der Santer-Kommission vor exakt zwei Jahrzehnten über jeglichen Verdacht der Günstlingswirtschaft erhaben sein wollte. Dass die Kommission scheinbar unbeirrt die Kritik an Selmayrs Blitzbeförderung zurückweist, sollte nicht von der zentralen Frage ablenken: Inwieweit wurde gegen Geist und Buchstaben der EU-Verträge verstoßen? Das EU-Parlament hat jetzt seine Aufgabe erledigt, die Kommission zu kontrollieren und Missstände anzuprangern."

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