Kommentar "Frankfurter Rundschau": Atomare Zusammenarbeit

Die "Frankfurter Rundschau" kommentiert Macrons Absage an eine atomare Zusammenarbeit:

"Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat die atomaren Träume mancher konservativer Politiker hierzulande platzen lassen. Frankreich werde sein nationales Atomwaffenarsenal nicht mit anderen teilen, sagte er. Eine richtige Ansage war das. Natürlich besteht das Risiko, dass US-Präsident Donald Trump erneut gewählt wird und das transatlantische Verhältnis für vier weitere Jahre gewaltig belastet wird. Gleichwohl wäre eine deutsch-französische Nuklearstrategie ein Fehler mit dramatischen Konsequenzen. Dazu wäre eine massive Aufrüstung nötig. Die Rüstungsspirale, die Deutschland gerne unterbrechen möchte, würde sich schneller drehen. Aber mehr Atomwaffen schaffen nicht mehr Sicherheit, im Gegenteil. Die EU bleibt militärisch auf die USA angewiesen. Das wird auch so bleiben, wenn Trump das Weiße Haus verlassen hat ? selbst wenn das erst Anfang des Jahres 2025 geschehen sollte. Macron hat das begriffen. Europa muss zwar selbstbewusster werden - auch in Verteidigungsfragen. Das lässt sich auch ohne die europäische Atombombe machen."

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