Kommentar "Frankfurter Rundschau": Iran

Die "Frankfurter Rundschau" kommentiert die Lage der Regierung und die Proteste im Iran:

"Revolutionsführer Khamenei, der seit drei Jahrzehnten an der Spitze steht, ist mittlerweile 80 Jahre alt. Präsident und Regierungschef Hassan Ruhani hat die 70 überschritten. In diese heikle Phase des biologisch absehbaren Machtübergangs brechen nun die Massenproteste der jungen Iranerinnen und Iraner mit ihrer tektonischen Kraft. Die Risse im Fundament des iranischen Gottesstaates klaffen immer gewaltiger. Sie sind nicht mehr zu kitten, weder politisch noch ökonomisch und schon gar nicht religiös. Die revolutionäre Strahlkraft von einst ist dahin. Der jüngste Aufruhr der Bevölkerung war der größte seit der Islamischen Revolution 1979, räumte dieser Tage der iranische Innenminister kleinlaut ein. Und nicht nur er weiß, der nächste, noch heftigere Ausbruch des Volkszorns ist nur eine Frage der Zeit."

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