Kommentar "Frankfurter Rundschau": Rücktritt der russischen Regierung

Die "Frankfurter Rundschau" schreibt zum Rücktritt der russischen Regierung:

"Russlands Regierung unter Premier Medwedew ist zurückgetreten, nachdem Präsident Putin am Mittwoch über Verfassungsänderungen gesprochen hat. Dieser vorauseilender Gehorsam ist das sichtbarste Zeichen für die Machtschwäche der Regierung ? oder die Machtfülle des Präsidenten. Warum genau die Regierung, die noch keine zwei Jahre im Amt ist, ihre Arbeit beendet, ist unklar. Aber: Die Wirtschaftskrise im Land hält an, die Proteste zeigen immer wieder, wie gestresst die Gesellschaft ist, die Bereitschaft auszuwandern, ist unter den 18- bis 24-Jährigen so hoch wie noch nie (über 50 Prozent). Wirklich zufrieden kann Putin mit der Lage im Land also nicht sein. Dass er aber für das politische System, das die Krisen im Land verschärft, am meisten verantwortlich ist ? das gerät jetzt in den Hintergrund."

(folgt vier)