Kommentar "Junge Welt": Nato

Auch die Tageszeitung "Junge Welt" kommentiert die Lage der Nato gegenüber China:

"Frankreich begreift sich, gestützt auf Kolonialgebiete, nach wie vor als maritime Macht im Pazifik; es gerät durch Patrouillenfahrten seiner Kriegsschiffe im Südchinesischen Meer mit Beijing in Streit. Deutschland wiederum fürchtet, globalen Einfluss an China zu verlieren, und sucht nach Mitteln, die Volksrepublik in die Schranken zu weisen. Das sind Motive, die es ? aus eigenem Interesse der EU-Mächte ? manchen verlockend erscheinen lassen, sich, wie bereits im Machtkampf gegen Russland, eng an die USA anzulehnen: nicht aus einer angeblichen Hörigkeit gegenüber Washington, sondern um gegenüber China, mit dem man allein kaum noch mithalten kann, nicht in Rückstand zu geraten. Die Lage ist so komplex wie die Widersprüche in den Interessen Berlins und der EU."

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