Kommentar "Junge Welt": Spahns Krisenmanagement

Die Tageszeitung "Junge Welt" aus Berlin kommentiert das Krisenmanagement von Gesundheitsminister Spahn:

"In einem Brief aller 16 Landeskrankenhausgesellschaften an die Kanzlerin heißt es: 'Wir werden die hohe Komplexität in unseren Verwaltungssystemen und die umfänglichen Regulierungen unseres Gesundheitswesens in diesem Ausnahmezustand unmöglich bedienen können. Krankenhäuser laufen deshalb massiv Gefahr, ihre Beschäftigten nicht bezahlen zu können und die Krise selbst nicht zu überstehen.' Dabei wäre ein echter Schutzschirm denkbar einfach gewesen: Den Kliniken könnten, bei entsprechendem politischen Willen und befristet für die Zeit der Pandemie, ihre gesamten Kosten erstattet werden. Am Ende würde spitz abgerechnet, es gäbe keine Profite, keine Defizite und damit keine Krisengewinner und Verlierer unter den Kliniken. Spahns Entscheidung dagegen ist verantwortungslos und wahnwitzig. Aber wohl mit Kalkül getroffen worden: Im Gesundheitsministerium wird man sich bewusst sein, dass das bereits angezählte und marode Finanzierungssystem nach einer Aussetzung nicht einfach wieder in Gang zu setzen wäre. Zugespitzt stellt sich die Frage: Ist ihnen die Rettung der Fallpauschalen wichtiger als die Rettung von Krankenhäusern und Menschenleben?"