Kommentar "Kölner Stadt-Anzeiger": Mauerfall

Der "Kölner Stadt-Anzeiger" schreibt im Zusammenhang mit dem Mauerfall-Jubiläum zum deutsch-amerikanischen Verhältnis:

"Amerikaner können ungewöhnlich selbstgerecht sein, Deutsche aber auch. So ist es auch jetzt wieder, im Rückblick auf den Mauerfall. In den USA wird heute oft übersehen, namentlich von Mitgliedern der Trump-Regierung, dass die weltpolitische Sensation von 1989 nur möglich wurde durch das Gegenteil von Trumpismus: Es war der Erfolg einer klugen Hinwendung der USA zu dieser Welt mit all ihren Komplexitäten; es war der Sieg einer konstruktiven Politik, die sich löste von der Arroganz der Macht und auf Diplomatie setzte und auf persönliches Vertrauen. Viele Deutsche wiederum übersehen heute, wie wichtig die Amerikaner vor 30 Jahren für die deutsche Einheit waren. Ja, Gorbatschow gab grünes Licht. Dafür können ihm die Deutschen ewig dankbar sein. Doch ohne die Amerikaner wäre der Zug in Richtung Einheit niemals abgefahren."

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