Kommentar zu London-Anschlag : Tut nicht immer so gelassen!

Der Terror des Islamischen Staats macht auch Angst – ganz ehrlich.

London 2005, davor schon Madrid, danach Paris, Brüssel, Nizza, Berlin, der Breitscheidplatz. Und jetzt wieder London. Dazwischen noch Ansbach, Würzburg und so viele Orte mehr, große und kleine. Bomben, Schüsse, Selbstmordattentate. Hunderte Tote in fünfzehn Jahren, Tausende Verletzte.

Und jeden Tag die Frage. Wann passiert es wieder? Wann geschieht der nächste Anschlag? Wann gibt es die nächsten Toten? Und nach jedem Anschlag auch wieder diese Selbstversicherung in London, Berlin und Paris: Wir lassen uns unser Leben, wie wir es leben wollen, nicht nehmen. Der Terror schüchtert uns nicht ein. Ihr bekommt uns nicht, was immer ihr tut.

Hatten wir nicht gesagt, wir lassen uns nicht beeindrucken?

Das hört sich gut an, tapfer und wehrhaft. Aber stimmt es denn? Wahrscheinlich längst nicht mehr.

Nach dem Attentat von London wurde in Dortmund das Fußball-Länderspiel zwischen Deutschland und England angepfiffen, ein Freundschaftsspiel. Und nach dem Spiel, ja sogar noch während der Partie wurde die Frage debattiert, ob es nicht geschmacklos sei, ohne eine Gedenkminute oder einen Trauerflor diesen Abend im Stadion zu bestreiten. Aber hatten wir nicht gesagt, wir lassen uns nicht beeindrucken? Ja, das hatten wir.

Auf Twitter und Facebook begann an diesem Abend eine Art Wettbewerb, wer von den Bundesministern und Parteivorsitzenden, von Abgeordneten und Parteigängern am schnellsten seine digitale Verbundenheit mit den Londonern kundtun konnte. Das war gut gemeint, ja sicher. Aber ist es nicht so, dass sich mittlerweile eine Nach-den-Anschlägen-Social-Media-Kultur entwickelt hat, von der jeder Attentäter in den...Lesen Sie den ganzen Artikel bei berliner-zeitung

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