Kommentar zum Luftangriff: Die Existenz Syriens und der UN steht auf dem Spiel

US-Präsident Donald Trump hat aus dem Bauch heraus entschieden.

Seit einigen Tagen weiß die Welt: Welche Kriegsverbrechen erträglich, wie viele tote Zivilisten akzeptabel und welche Folterspuren an verstümmelten Kindern zu tolerieren sind, entscheidet nicht der UN-Sicherheitsrat, auch nicht die UN-Vollversammlung, keine militärische Allianz und nicht einmal das Oval Office im Weißen Haus, das zuständige Gremium ist allein der Bauch des US-amerikanischen Präsidenten. Zwar behaupten Experten des Völkerrechts, die Anwendung militärischer Gewalt sei in der Charta der Vereinten Nationen abschließend geregelt, aber US-Präsident Donald Trump hat den von ihm befohlenen Luftangriff in Syrien nur formal mit dem  geltenden Völkerrecht begründet, tatsächlich aber mit der Herrschaft seines Bauchs, der das Bombardement empfohlen habe.

Trump und das Mitgefühl

Unter dem Eindruck der Fotos vom barbarischen Giftgasangriff der syrischen Armee auf Zivilisten habe er, Trump, gespürt: „ Kein Kind Gottes sollte jemals so einen Horror erleben.“ Offenbar hat Trump beim Betrachten der entsetzlichen Bilder Mitgefühl empfunden.

Damit befindet er sich in Übereinstimmung mit dem berühmten persischen Dichter Saadi (um 1210-1292), dessen lyrischen Worte die Eingangshalle des UN-Hauptquartiers in New York zieren: „ Wenn anderer Schmerz dich nicht im Herzen brennt/ verdienst Du nicht, dass man noch Mensch dich nennt.“ Von dieser Einsicht sollten sich tatsächlich alle Politiker leiten lassen, sie ist eine berührende Artikulation humaner Gesinnung – aber eine Rechtsgrundlage für militärische Gewalt ist sie ebenso wenig wie die Stimmungslage im Bauch des US-Präsidenten.

Putin, der Fachmann

Es ist eine fürchterliche Ironie, dass diese Wahrheit nicht...Lesen Sie den ganzen Artikel bei berliner-zeitung

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