Kommentar "Mittelbayerische Zeitung": Trumps Iran-Politik

Die "Mittelbayerische Zeitung" aus Regensburg schreibt über die Konsequenzen von Trumps Iran-Politik für die EU:

"Dass die diplomatischen Drähte jetzt glühen und die Krisendiplomatie in Berlin, Brüssel, London oder Paris Hochkonjunktur hat, um das Schlimmste zu verhindern, ist insofern nur folgerichtig. Dabei hat die EU nicht nur wegen drohender Flüchtlinge, sondern auch wegen engerer wirtschaftlicher und politischer Kontakte zu Teheran und Bagdad ein großes Interesse an einer Stabilisierung des Nahen und Mittleren Ostens. Mit dem Anti-Kernwaffenvertrag mit dem Iran wurde die Tür zu normalen Beziehungen zum Mullah-Staat einen Spalt weit geöffnet. Trump hat diesen Pfad längst verlassen, das Abkommen aufgekündigt und weiter an der Sanktionsschraube gedreht. Damit spielt er ausgerechnet den Hardlinern im Iran in die Hände, die nun nach Vergeltung und Rache schreien und außerdem unbedingt Atomwaffen haben wollen. Ruhig Blut und einen kühlen Kopf zu bewahren, fällt vor diesem Hintergrund nicht leicht. Es ist aus Sicht der Europäer allerdings die einzig sinnvolle Antwort auf das Säbelrasseln und die Drohgebärden aus Washington und Teheran."

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