Kommentar "Neue Osnabrücker Zeitung": gekürzte US-Hilfe für Kabul

Die "Neue Osnabrücker Zeitung" kommentiert die Entscheidung der Trump-Regierung, die Hilfe für Afghanistan zu kürzen:

"Man kann es nachvollziehen, dass die USA ihre Hilfe für Afghanistan um eine Milliarde Dollar kürzen. Denn es gibt wieder einmal zermürbend langen Streit um das Präsidentenamt. Dieser Streit blockiert die weiteren Bemühungen um eine Friedenslösung: Ohne Einigung auf eine Regierung gibt es keine Verhandlungen mit den mächtigen Taliban, die bereits eine Art Parallelregierung gebildet haben. Es ist allerdings auch riskant, was die USA tun. Denn die Kürzung ihrer Hilfe ist ein schwerer Schlag für das auf internationale Unterstützung angewiesene Land. Hinzu kommt, dass in Afghanistan wegen der Ausbreitung des Coronavirus eine humanitäre Katastrophe droht. In dieser Situation bräuchte das Land eigentlich mehr und nicht weniger internationale Hilfe."