Kommentar "Neue Osnabrücker Zeitung": Rüstungsexporte

Die "Neue Osnabrücker Zeitung" schreibt über die deutschen Rüstungsexporte:

"Die deutsche Rüstungsexportpolitik ist ein schönes Beispiel dafür, wie weit Selbstwahrnehmung und die Wahrnehmung durch andere bisweilen auseinandergehen. So hält die schwarz-rote Bundesregierung ihr Tun auf diesem Feld für restriktiv und verantwortungsvoll. Gleichzeitig hat die Große Koalition in diesem Jahr Ausfuhren von Rüstungsgütern in Rekordhöhe durchgewinkt - für Friedensbewegte ein Skandal. Denn profitiert haben auch Länder, die direkt am Krieg im Jemen beteiligt sind, Länder in Spannungsregionen oder die wegen mangelnder Menschenrechte in der Kritik stehen. Die Entwicklung passt zu einem Trend: Im vergangenen Jahr haben die Staaten weltweit so viel Geld in Waffen und Rüstungsdienstleistungen gesteckt wie seit 1988 nicht mehr. Viele Rüstungsunternehmen rund um den Globus boomen. Das macht kaltschnäuzige Anleger reicher, die Welt aber kein Stück sicherer."

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