Kommentar "Neue Osnabrücker Zeitung": Weißrussland

Die "Neue Osnabrücker Zeitung" schreibt zu Weißrussland:

"Wer im autoritär regierten Weißrussland demonstriert, hat großen Mut oder ist verzweifelt. Vermutlich beides trifft auf viele derer zu, die in Minsk und anderen Städten auf die Straßen gegangen sind. Bisher galt dort ein ungeschriebener Vertrag: Staatschef Alexander Lukaschenko garantierte Stabilität, sichere Einkommen und niedrige Preise, dafür enthielt sich das Volk politischer Ansprüche. Doch Missmanagement im eigenen Land und die schwache Konjunktur im benachbarten Russland lassen die weißrussische Wirtschaft schrumpfen und die Arbeitslosigkeit wachsen. Bewegt sich Weißrussland auf einen Umsturz wie in der Ukraine zu? Russland wird einen Maidan in Minsk nicht zulassen. Der Kreml, beunruhigt von den starken neuen Protesten im eigenen Land, will einen weiteren ungesteuerten Regimewechsel in seinem Machtbereich verhindern. Eine schleichende Invasion wie 2014 auf der Krim ist Russland zuzutrauen."

(folgt zehn)

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