Kommentar "Neue Zürcher Zeitung": Britischer Wahlkampf

Die "Neue Züricher Zeitung" schreibt zum TV-Duell zwischen Johnson und Corbyn im Britischen Wahlkampf:

"Auch auf mehrmaliges Nachhaken sowohl von Johnson wie der Moderatorin weigerte sich Corbyn zu verraten, ob Labour bei einer solchen Volksabstimmung die Ja-Parole zum selber ausgehandelten Abkommen ausgeben werde. Dass diese diffuse Position schlicht realitätsfremd anmutet, bestätigte auch das Live-Publikum im TV-Studio. Es quittierte die treuherzig vorgetragene Behauptung Corbyns, seine Haltung zum Brexit sei 'völlig klar', mit spontanem Gelächter. Gelacht wurde allerdings auch, als Boris Johnson der Aussage eines Fragestellers aus dem Publikum, Vertrauen in die Politiker sei doch gerade heute sehr wichtig, lebhaft zustimmte. Diese Episoden zeigen schlaglichtartig, wie es inzwischen um die Glaubwürdigkeit der führenden Politiker in Grossbritannien steht. Der Wettbewerb zwischen Johnson und Corbyn dreht sich primär um die Frage, welcher der beiden von den Wählern als der noch am wenigsten Unglaubwürdige eingeschätzt wird."