Kommentar "Neue Zürcher Zeitung": Hongkong

Die "Neue Zürcher Zeitung" kommentiert die andauernden Demonstrationen in Hongkong:

"Die Rechnung hat also viele Variablen. Entsprechend verändert sich das Kalkül für Peking laufend. Mit jedem Tag gewaltsamer Zusammenstöße wächst aber das Bedürfnis, Ordnung zu schaffen. Das beängstigende an der aktuellen Situation ist: Weder bei den nur lose organisierten Demonstranten noch bei der Regierung von Carrie Lam noch in Peking ist Kompromissbereitschaft auszumachen. So dreht sich die Spirale der Eskalation weiter. Ein Eingeständnis Pekings ist allein deshalb schon unwahrscheinlich, weil sich die Machthaber mit ihren Propagandasalven selbst unter Druck gesetzt haben: Man kann nicht wochenlang von Aufwieglern und Chaoten sprechen und dann auf einmal Kompromisse eingehen. Die Gefahr, dass Peking mit seinen Sicherheitskräften einschreitet und Hongkong in der Repression untergeht, ist real. Auch wenn das eigentlich niemand will."

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