Kommentar "Neues Deutschland": EU und Corona-Krise

Die Zeitung "Neues Deutschland" kommentiert das Aussetzen der EU-Defizitregeln und die Rolle der EU in der Corona-Krise:

"So schnell kann es gehen: Ohne lange Diskussionen haben die EU-Finanzminister aus Angst vor den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie die Defizitregeln der Europäischen Union außer Kraft gesetzt. Das ist erst mal gut, denn die Umsetzung einer alten Forderung linker Ökonomen gibt den Mitgliedsstaaten auch etwas mehr Flexibilität bei der Bewältigung der Krise. Doch die Sache hat einen Haken: Die Investoren werden sich die Kredite ordentlich bezahlen lassen. (...) Es gibt aber auch andere Mittel, die aufziehende Wirtschaftskrise zu bekämpfen. Eurobonds, also von einem europäischen Institut ausgegebene gemeinsame EU-Anleihen, wären ein Mittel. Sollte sich die Bundesregierung wie auf dem Höhepunkt der Eurokrise diesen verweigern, würde sie mit dazu beitragen, dass die EU weiter auseinanderfällt."