Kommentar "Neues Deutschland": Irak

Die Zeitung "Neues Deutschland" kommentiert die Krise im Irak:

"Doch die Situation ist weder unlösbar noch aussichtslos. Aber tausende gehen seit Oktober auf die Straße. Die Lösung für ihre Probleme haben sie erkannt: Unmissverständlich, laut, und immer wieder wird ein Ende des Einflusses aller ausländischen Mächte gefordert. Dazu gehören die USA genauso wie der Iran. Denn das, was das Land wirklich braucht, ist eine Politik, deren oberste Priorität das Allgemeinwohl ist, sei es das des Taxifahrers oder des arbeitslosen Akademikers ? verkörpert oft in derselben Person. Trotz revolutionärer Stimmung produziert die Dauerkrise auch gruselige Lösungsansätze: Seit Jahren grassiert eine Art Nostalgie gegenüber Saddam Hussein. Denn der Diktator investierte trotz aller Tyrannei in Bildung,Gesundheit und Infrastruktur. Wenn Leute sich solche Zeiten herbeiwünschen, weiß man, dass es fast schon zu spät ist. Aber eben nur fast."

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