Kommentar "Die Presse": Türkei-Referendum

Auch "Die Presse" aus Wien kommentiert den Ausgang des Referendums in der Türkei:

"Der EU-Beitrittsprozess war für die Türkei einst ein Reformmotor, gerade in den Anfangsjahren der Regierung Erdo?an. Für viele der EU-Staaten kam - trotz anderslautender Versprechen - eine Mitgliedschaft der Türkei in Wahrheit aber nie infrage. Die Entscheidung darüber, ob der Beitrittsprozess weitergeführt werden soll, könnte nun Erdo?an Europas Politikern abnehmen: Sollte er auch die Todesstrafe einführen, würde er die Beitrittsverhandlungen von sich aus abbrechen. Auch in Ankara weiß man, dass ein Land mit Todesstrafe nicht EU-Mitglied werden kann.Damit würde Erdo?an jene Türken in Geiselhaft nehmen, die nicht mit seinen Plänen einverstanden sind. Und gerade das Referendum hat gezeigt, dass das nicht wenige sind(...). Europas Politiker stehen nun vor einer schwierigen Aufgabe: Sie müssen Erdo?an endlich klarmachen, dass sie den Umbau der Türkei in ein autoritäres System nicht akzeptieren. Und zugleich müssen sie jenen die Tür offen halten, die sich in der Türkei dagegen wehren."

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