Kommentar "Rheinische Post": Verzicht und Empathie in Zeiten von Corona

Die "Rheinische Post" aus Düsseldorf schreibt über die Notwendigkeit von Verzicht und Empathie in der Corona-Krise:

"Es sind seltsame Zeiten, in denen wir leben. Zeiten, in denen wir Kranke und Alte nicht mehr in Pflegeheimen besuchen dürfen, keine Fußballspiele mehr organisieren und uns nicht mehr in Freundesgruppen treffen dürfen. (...) Das Coronavirus lehrt uns den Verzicht, doch verzichten kann nur, wer hat - wer Freunde, Geld und Zeit hat. Krankenpfleger, Ärztinnen, Kassiererinnen und LKW-Fahrer, die das öffentliche Leben am Laufen halten, werden sich kaum über die viele Zeit beschweren, die sie nicht im Park mit Freunden verbringen können. Ganz zu schweigen von Obdachlosen, Kriegsflüchtlingen und allen anderen, die allzu oft im toten Winkel unserer Gesellschaft verschwinden. Aber vielleicht werden wir durch die Corona-Krise sensibler für die Lebensrealitäten anderer und demütiger. Ja, es ist unkomfortabel, unser Sozialleben umzustellen und mit einem ausführlichen Bußgeldkatalog behelligt zu werden. Aber sich allzu weinerlich darüber zu beschweren, ist irgendwie unanständig."