Kommentar "Süddeutsche Zeitung": Pflege

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Die "Süddeutsche Zeitung" schreibt über die Situation in der Pflege:

"Der Beruf bringt noch mehr Zumutungen mit sich: Arbeitgeber, die vorsätzlich am Personal sparen, um den eigenen Profit zu steigern. Berufsschulen, die hinter vorgehaltener Hand eingestehen, dass ein beträchtlicher Teil der Auszubildenden im Grunde ungeeignet ist, ohne daraus Konsequenzen zu ziehen. Politiker, die zur Schließung der Personallücke als Sofortmaßnahme vorschlagen, Langzeitarbeitslose oder Flüchtlinge in die Pflegeheime zu schicken. Und im nächsten Satz beteuern, wie sehr ihnen daran gelegen sei, den Pflegeberuf aufzuwerten. Pflege ist eine anspruchsvolle Tätigkeit. Von den Beschäftigten wird Fachwissen verlangt, Empathie und Belastbarkeit. Vielleicht kann man von ihnen auch mehr Zivilcourage verlangen. Das heißt aber, dass Pflegerinnen und Pfleger, die all diese Erwartungen erfüllen, ein Arbeitsumfeld vorfinden müssen, in dem sie diesen so wichtigen Beruf auch ausüben wollen."