Kommentar "Süddeutsche Zeitung": Union-Kanzlerkandidatur

Die "Süddeutsche Zeitung" schreibt über den CSU-Vorsitzenden Söder und seine Rolle in der Union-Kanzlerkandidatur:

"Die CSU wiederholt das Mantra: Wer Parteichef der CDU werde, sei noch lange nicht Kanzlerkandidat der Union. Dazu brauche es das Ja der CSU. Pro forma mag das richtig sein, de facto erscheint es fast unmöglich, dass die CSU sich verweigert. Söder rühmt sich, CDU und CSU nach dem Streit in der Flüchtlingsfrage versöhnt zu haben. Dazu passt es nicht, einen CDU-Kanzlerkandidaten abzulehnen und neuen Zwist zu erzeugen, zumal in einer Zeit, in der die Union so gespalten ist wie jetzt. Es gibt nur ein Szenario, in dem die CSU den Kandidaten der CDU nicht abnickt: wenn sie selbst einen Kandidaten stellt. Das könnte nur Söder sein, der aber Ambitionen abstreitet. Bleibt es so, ist seine Inszenierung vom Kanzlermacher vor allem eines: gut gemacht."

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