Kommentar "Stuttgarter Zeitung": Türkei-Referendum

Zum Ausgang des Referendums in der Türkei schreibt die "Stuttgarter Zeitung":

"Ob Erdogan seiner neuen Machtfülle wirklich froh wird, ist nicht sicher. Die Türkei ist in keinem guten Zustand. Die Wirtschaft, in den ersten zehn Erdogan-Jahren seine stärkste Trumpfkarte, schwächelt. Die Arbeitslosigkeit hat den höchsten Stand seit sieben Jahren erreicht, die Inflation liegt gar auf einem Sechszehnjahreshoch. Das Land steckt tief im Treibsand der Bürgerkriege in Syrien und im Irak. Der Kurdenkonflikt ist wieder aufgeflammt. Eine Terrorwelle hat das Land zermürbt und den Tourismus ruiniert. Das Verhältnis zur EU ist nach Erdogans europafeindlichen Wahlkampftiraden schwer beschädigt. Das sind keine guten Aussichten. Das knappe Wahlergebnis muss Erdogan zu denken geben. Er könnte nun vorzeitige Parlamentswahlen ansetzen, um seine Macht zu festigen, bevor sich die Erosion fortsetzt. Nach der Wahl ist vor der Wahl."

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