Kommentar "Stuttgarter Zeitung": Türkei-Referendum

Zum Abstimmungsverhalten der in Deutschland lebenden Türken schreibt die "Stuttgarter Zeitung":

"Die Ja-Sager nehmen zwar die Vorzüge des gesellschaftlichen Gemeinwesens wahr: Demokratie, Sozialstaat oder wirtschaftlichen Wohlstand. Zugleich lassen sie ihre Heimat aber in Richtung Autokratie ziehen. Sie sind hier zur Schule gegangen, haben eine Ausbildung absolviert - und stützen einen Mann, der Meinungs- und Medienfreiheit schleift, der Frauenrechte einschränkt und die Re-Islamisierung der Türkei fördert. Widersinniger geht es kaum. Selbst scheinbar bestens eingebundene Türken sehen Erdogan als 'ihren' Präsidenten. Als Fels in der Brandung, der ihnen den Nationalstolz zurückgibt und den vermeintlichen Bürgern zweiter Klasse Selbstbewusstsein verleiht. Das Referendum wurde von ihnen als Quittung für erduldete Ausgrenzung missverstanden."

(folgt zwölf und Schluss)

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