Kommentar zum Referendum: Das war der türkische Stinkefinger

Nach dem Türkei-Referendum sollte man über demokratische Werte nachdenken.

Türken in Deutschland wünschen ihren Landsleuten in der Türkei die Autokratie, bis hin zur Wiedereinführung der Todesstrafe. Sie selbst leben in Freiheit und tragen zugleich dazu bei, dass in der Türkei bald ein Einzelner ohne demokratische Gegengewichte herrschen kann.

So könnte man das Verhalten jener 63 Prozent der in Deutschland lebenden Türken auf den Punkt bringen, die im jüngsten Referendum für Erdogans Verfassungsreform gestimmt haben. Doch es wäre  zu einfach gedacht. Denn hinter den meisten Ja-Stimmen stand gar nicht der Wunsch, in der Türkei die Demokratie abzuschaffen. Was sie leitete, war offenbar vor allem der Reflex, es mal jemandem so richtig zu zeigen.

Und dieser Jemand sind wir, der Westen. Erdogan, den ein Kabarettist einmal als türkischen „Süperman“ bezeichnete, hat für Türken in Deutschland Anlass geboten, wieder die türkische Fahne zu schwenken, sich als Protagonisten eines Ereignisses zu fühlen, auf das die Welt schaut, das auch vielen Deutschen überhaupt nicht egal ist. Man könnte in Anlehnung an Trump sagen, dass Erdogan die Türkei in den Augen vieler Anhänger „great again“ macht – zumindest als weltbewegendes Thema.

Nicht einmal mehr ein erfolgreiches Urlaubsland

Den meisten ist dabei wahrscheinlich gar nicht bewusst, dass am Ende genau das Gegenteil stehen könnte, und zwar eine isolierte Türkei, die nicht einmal mehr ein erfolgreiches Urlaubsland sein wird. Die markigen Worte Erdogans und seiner Mitstreiter in den vergangenen Monaten, bis hin zu den...Lesen Sie den ganzen Artikel bei berliner-zeitung

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