Kommentar "Tagesspiegel": Alterspräsident des Bundestags

Der "Tagesspiegel" aus Berlin kommentiert den Vorschlag von Bundestagspräsident Lammert, den Alterspräsidenten nach Dienst- statt nach Lebensjahren zu bestimmen:

"Einen solchen Vorschlag ausgerechnet ein halbes Jahr vor einer Bundestagswahl vorzubringen, zu dessen Ergebnissen der Einzug der 'Alternative für Deutschland' (AfD) ins Parlament zählen dürfte, trägt den Beigeschmack der Trickserei. Denn geht es nach der bisherigen Tradition, könnte entweder der AfD-Politiker Wilhelm von Gottberg, der bald 77 Jahre alt wird, oder der dann 76-jährige AfD-Vize Alexander Gauland Alterspräsident des Bundestages werden. Der Verdacht drängt sich auf, dass Lammert dies mit einer 'Lex AfD' verhindern will. Die offizielle Begründung, der Alterspräsident müsse ein 'erfahrener Abgeordneter' sein, überzeugt erstens inhaltlich nicht ? was soll so schwierig daran sein, eine Bundestagssitzung zu leiten, bis ein Bundestagspräsident gewählt ist? ?, und würde zweitens, wenn sie richtig wäre, schon seit jeher richtig sein. Warum also gerade jetzt?"

(folgt elf)

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