Kommentar "Tagesspiegel": Daimler

Der Berliner "Tagesspiegel" kommentiert die Massenklage gegen Daimler:

"Doch sollte sich Källenius besser bald wieder der Gegenwart und den Vorwürfen von Kunden und Investoren zuwenden. Die 900-Millionen-Euro-Massenklage vom Dienstag könnte nämlich der Anfang eines Musterverfahrens sein, in dem Schadenersatzforderungen formuliert werden, die selbst Daimler ins Schlingern bringen könnten. Der Konzern bleibt bei seiner Verteidigung, man habe Dieselmotoren nicht manipuliert, sondern sich an Spielräume im Gesetz gehalten. Anders als Volkswagen hat Daimler keine Schuld eingestanden, juristisch ist die Lage also tatsächlich eine andere. Doch musste auch der Stuttgarter Hersteller rund 1,3 Millionen Pkw und Vans zurückrufen, weil Behörden Diesel-Abschalteinrichtungen entdeckt hatten. Alles legal? VW hat seine Blockade aufgegeben und verhandelt mit Verbrauchern über eine Entschädigung. Daimler mauert. Der Schaden ist jetzt schon groß: Der gute Ruf der Marke mit dem Stern hat schwer gelitten."

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