Kommentar: Terror: Das Anstrahlen des Brandenburger Tors wirkt hilflos

Nach dem Anschlag am Montag verzichten die Behörden darauf, das Berliner Wahrzeichen in den russischen Farben anzustrahlen.

Die Berliner haben sich mittlerweile daran gewöhnt. Findet in einem – vornehmlich europäischen – Staat ein Terroranschlag statt, fährt ein Transporter zum Brandenburger Tor. Ein Mitarbeiter enthüllt den großen Strahler auf der Ladefläche, justiert diesen, und einige Zeit später prangen Nationalfarben auf dem Wahrzeichen Berlins. Einige Leute halten kurz inne, zufällig vorbeikommende Touristen sind überrascht und nach einer guten Stunde ist alles wieder vorbei.

Bei den Anschlägen von Frankreich war das so, bei Belgien, bei der Türkei und zuletzt (endlich auch) bei Israel. Auch die Regenbogenfahne wurde dort nach den Anschlägen von Orlando per Licht gehisst, und an diesem Donnerstag wird als Reaktion auf den Londoner Anschlag der Union Jack zu sehen sein. Es ist verständlich und richtig zu trauern und ein Zeichen der Solidarität zu setzen. Aber hat sich das nicht langsam abgenutzt?

Ursprünglich sollte so ein kraftvolles Zeichen der Solidarität gesetzt und den Terroristen gezeigt werden: Wir lassen uns nicht unterkriegen. Doch die Realität zeigt, dass diese sich nun mal nicht von den Einheits-Demonstrationen der "Ungläubigen" beeindrucken lassen. Die Anschläge haben nicht aufgehört, im Gegenteil. Der Anschlag in London wurde am Jahrestag der Anschläge in Brüssel verübt, an dem Tag, als die westliche Welt noch einmal all ihre Solidarität mit Belgien mobilisiert hat. Dreister kann einem der Terror nicht ins Gesicht grinsen.

Es ist nicht nur das Ziel der Terroristen, Angst zu verbreit...

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