Kommentar "Thüringer Allgemeine": Ministerpräsidentenwahl Thüringen

Die "Thüringer Allgemeine" aus Erfurt kommentiert die Regierungskrise in Thüringen:

"Die Zwickmühle, in der sich Mike Mohring befand, der für seine Annäherungsversuche mit den Linken direkt nach der Landtagswahl in Berlin gerüffelt wurde und sich letztlich aus Machtversessenheit für die fatale Lösung Kemmerich-Wahl entschied, besteht weiter. Stimmen die Christdemokraten für Bodo Ramelow, brechen sie ein Wahlversprechen. (...) Ähnliches gilt für die FDP und Thomas Kemmerich, der mit seiner Fraktion in vollem Bewusstsein ob der Folgen in den dritten Wahlgang ging und das Amt nicht ablehnte. Dass die AfD die Demokratie mit Mitteln der Demokratie beschädigen kann, wie sie es getan hat, war nicht für alle überraschend, aber erstmals erschreckend real. Diese bemerkenswerten Vorgänge sollten trotz aller Mahnungen, staatspolitische Verantwortung für Stabilität zu übernehmen, bald von den Thüringer Wählern neu bewertet werden dürfen."

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