Kommentar "Volksstimme": Spanien

Auch die Magdeburger "Volksstimme" kommentiert die Minderheitsregierung des spanischen Ministerpräsidenten Sánchez:

"Zwei Stimmen mehr in der zweiten Abstimmung: Spaniens Ministerpräsiden Pedro Sánchez konnte sich mit Mühe das Amt sichern. Doch um welchen Preis? Der Sozialist Sánchez wird eine Minderheitsregierung führen, die künftig bei jeder Abstimmung um eine Mehrheit buhlen muss. Das allein ist ein parlamentarisches Kunststück, denn der Regierungschef braucht für soziale Projekte die Freigabe von sehr viel Geld. Viel gefährlicher allerdings dürfte der neuen Regierung die katalonische Unabhängigkeitsbewegung werden, obwohl die offizielle spanische Politik sie gern als regionale Randerscheinung abqualifiziert. Diese haarsträubende Ignoranz rächt sich immer wieder. Dass die Katalanen sich verabredungsgemäß brav bei der Parlamentsabstimmung enthielten, ist dem Burgfrieden zwischen Sozialisten und Separatisten zu verdanken. Wenn aber der ebenfalls vereinbarte Dialogprozess für die Katalanen nichts bringt, kann Sánchez einpacken."