Kommentar "Die Welt": Gewaltverbrechen in Frankfurt und Stuttgart

"Die Welt" kommentiert anlässlich der Verbrechen in Frankfurt und Stuttgart die Berichterstattung öffentlich-rechtlicher Medien über Gewalttaten:

"Die Häufung brutaler Gewalttaten verunsichert Medien, die solche Themen bisher nur mit spitzen Fingern angefasst haben. Über Frankfurt wurde intensiv berichtet, doch über die Tötung eines Mannes in Stuttgart auf offener Straße vergleichsweise wenig. Der Deutschlandfunk veröffentlichte sogar eine Erklärung in eigener Sache. Das Erklärmuster ist bei den Öffentlich-Rechtlichen immer das gleiche. Das Thema sei bei lokalen oder regionalen Medien gut aufgehoben, denn: 'Voraussetzung für die Berichterstattung ist eine bundesweite und gesamtgesellschaftliche Bedeutung.' Eine gefährliche Argumentation. Denn mit dem Verzicht auf eine sachliche und genaue Berichterstattung beraubt sich der Sender der Möglichkeit, den von Interessengruppen gestreuten Halbwahrheiten, auch der Hetze im Netz, differenzierte Information entgegenzusetzen. Die Entscheidung darf als Beleg gelten, wie sich Medien von ihrem Publikum entfremden."

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