Kommentar: Der zwiespältige Saarland-Sieg

Eine Landtagswahl macht noch keinen Bundestrend.

Ist ja richtig: Sind so kleine Länder, winz’ge Parlamente drin. Eine Landtagswahl macht noch keinen Bundestrend, zumal am Sonntag im Südwesten nur eine gute halbe Million Wähler einen bloß 51-köpfigen Landtag bestellt hat, für eine Fläche zuständig, die gerade ein Mal so groß ist wie das Saarland.

Trotzdem kann die Republik daraus ihre Schlüsse für den Bundestagswahlkampf im Herbst ziehen. Immerhin wies ja schon die Ausgangslage Parallelen zum Bund auf: Die Regierungschefin von der CDU hatte mit ruhiger Hand, stabilen Zustimmungswerten und braven Sozialdemokraten als Juniorpartner regiert.

Auch Annegret Kramp-Karrenbauer in Saarbrücken wollte das so belassen – und als überraschend klare Gewinnerin kann sie das nun sogar. Allerdings hat sie auch gar keine andere Wahl.

Und da endet die Vergleichbarkeit der Saar-Wahl mit dem Bund womöglich schon.

Schulz-Effekt hat seine Grenzen

Denn als Kramp-Karrenbauer nach der Nominierung von Martin Schulz als SPD-Kanzlerkandidaten den Favoritenstatus der CDU schwinden sah, setzte sie konsequent auf Landesthemen und ihre Beliebtheit vor Ort.

Zwar muss die SPD nun den Schock verdauen, dass ein Schulz-Effekt in Meinungsumfragen noch keinen realen Stimmenzuwachs bringt – und dass Linke und Grüne als Mehrheitsbeschaffer zu schwach sein könnten.

Die Union im Bund muss sich allerdings fragen, auf welche Themen sie im Duell mit einer selbstbewussteren SPD ausweichen will – und vor allem, ob inzwischen nicht allzu viele Wähler eine Merkel-Müdigkeit verspüren.

Dass die Aussicht, es könnte rechnerisch...Lesen Sie den ganzen Artikel bei berliner-zeitung

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