Konflikt mit der Türkei: Baerbock stellt sich in Athen an Seite Griechenlands

Heikles Terrain für die deutsche Außenministerin: Bei einem Treffen in Athen hat Annalena Baerbocks griechischer Amtskollege Deutschlands Verhalten im Konflikt zwischen der Türkei und seinem Land kritisiert.

Angesichts der Tatsache, dass die türkische Regierung die griechische Souveränität über Inseln wie Rhodos und Lesbos in Frage stelle, dürfe Berlin keine U-Boote mehr an Ankara verkaufen, so Nikos Dendias: "Diese U-Boote verändern das Kräfteverhältnis im östlichen Mittelmeer zugunsten eines Landes, das, obwohl es Nato-Mitglied ist, Kriegsdrohungen gegen Griechenland geäußert hat." Ja, Griechenland habe dieselben U-Boote, so Dendias, aber es bedrohe niemanden.

Baerbock: "Griechische Inseln sind griechisches Territorium"

Die Türkei wirft Griechenland vor, auf den betreffenden Inseln völkerrechtswidrig Militär zu stationieren, was laut Verträgen aus der Zwischen- und Nachkriegszeit verboten ist. Diese Verletzung von Auflage stelle auch die griechische Souveränität über die Inseln in Frage, so die türkische Argumentation. Athen rechtfertigt die Truppenstationierung auf den Inseln mit der Präsenz zahlreicher Landungsboote an der türkischen Westküste.

Baerbock stellte sich klar an die Seite des EU-Partners Griechenland: "Griechische Inseln sind griechisches Territorium und niemand hat das Recht, das in Frage zu stellen."

Athen pocht auf Weltkriegsreparationen

Beim Dauerstreitthema Reparationszahlungen gab es keine Annäherung: Dendias pochte, die Frage müsse gelöst werden. Baerbock verwies auf die grundsätzliche deutsche Ablehnung solcher Forderungen. Berlin hält das Thema juristisch für abgeschlossen und beruft sich dabei auf den Zwei-plus-Vier-Vertrag von 1990, in dem Reparationen allerdings nicht ausdrücklich erwähnt werden.

Die deutsche Außenministerin reiste anschließend in die Türkei weiter.

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