Konservativer Ex-Banker Lasso gewinnt Präsidentschaftswahl in Ecuador

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Lasso feiert seinen Wahlsieg

Der konservative Ex-Banker Guillermo Lasso hat die Präsidentschaftswahl in Ecuador gewonnen. Der 65-Jährige erklärte sich zum Sieger der Stichwahl vom Sonntag gegen den Linkskandidaten Andrés Arauz. Der räumte seine Niederlage ein und sicherte seinem Rivalen bei einer Ansprache in Quito zu, dass sein Lager seine "demokratische Überzeugung unter Beweis stellen" werde.

Lasso kam nach Auszählung von rund 93 Prozent der Stimmen auf 52,5 Prozent, wie der Nationale Wahlrat mitteilte. Auf den 36-jährigen Wirtschaftswissenschaftler Arauz entfielen demnach nur rund 47,5 Prozent der Stimmen. Die Zahl der ungültigen Stimmen lag mit rund 16 Prozent ungewöhnlich hoch.

Arauz hatte zwar die erste Wahlrunde im Februar überraschend deutlich gewonnen. In der Stichwahl konnte er sich gegen Lasso aber offenbar auch deshalb nicht durchsetzen, weil Anhänger von in der ersten Runde ausgeschiedenen Kandidaten des linken Lagers ihm die Unterstützung verweigerten. So hatte der indigene Kandidat Yaku Pérez nach seinem Ausscheiden in der ersten Runde von Betrug gesprochen und zur Wahlenthaltung in der Stichwahl aufgerufen. Umweltschutz- und Menschenrechtsgruppen hatten Arauz zudem in Umweltschutzfragen ein schlechtes Zeugnis ausgestellt - Lasso allerdings ein noch schlechteres.

Lasso will ebenso wie Arauz an der Öl-Förderung im Amazonasgebiet festhalten, dessen Urwälder für das Erdklima eine wichtige Rolle spielen. Die Ausbeutung von Bodenschätzen hat einen wichtigen Anteil an der Wirtschaftsleistung des Landes.

Lasso kündigte nun an, er werde die "Herausforderung" annehmen, das südamerikanische Land zu verändern, um "Möglichkeiten und Wohlstand" für alle zu schaffen. Sein Fokus liegt vor allem auf der Wirtschaft, er will "Investitionen fördern und Arbeitsplätze schaffen".

Die neue Regierung steht vor großen Herausforderungen: hohe Arbeitslosigkeit, hohe Staatsverschuldung und eine Wirtschaft, die nach offiziellen Schätzungen 2020 um 7,8 Prozent geschrumpft ist. Die Staatsverschuldung in Ecuador beträgt mit umgerechnet rund 54 Milliarden Euro 63 Prozent des Bruttoinlandsproduktes.

Auch die Corona-Pandemie hat das Andenland hart getroffen. Mehr als 340.000 Infizierte und mehr als 17.000 Corona-Tote wurden registriert. Die Krankenhäuser des Landes sind überlastet. Außerdem hat die Arbeitslosigkeit in Ecuador durch die Corona-Krise deutlich zugenommen.

Am 24. Mai soll der Wahlsieger von Staatschef Lenín Moreno die Amtsgeschäfte übernehmen. Der 65-jährige Lasso war für die Partei Creo bereits zum dritten Mal bei Präsidentschaftswahlen angetreten.

Arauz war für das Bündnis Union der Hoffnung angetreten. Vor seiner Präsidentschaftskandidatur war der 36-jährige Linkspolitiker nahezu unbekannt in Ecuador. Allerdings war er vom langjährigen linksgerichteten Staatschef Rafael Correa gefördert worden, der mittlerweile wegen eines Korruptionsurteils im Exil lebt.

cp