Kontaktbeschränkungen: Das passiert, wenn wir lange keine Berührungen bekommen

Seit Corona beschränken wir den Kontakt zu unseren Mitmenschen auf ein Minimum. Und das auch noch aus der Distanz. Berührungen sind zu einem Luxus geworden. Dabei ist körperliche Nähe ganz entscheidend für unser Wohlbefinden.

Körperkontakt tut gut – physisch und psychisch. (Bild: Getty Images)

Auch wenn Deutschland momentan auf der Corona-Lockerungswelle fährt und wieder mehr Kontakte zulässt, sollen die Menschen trotzdem weiterhin Abstand halten. Körperkontakt im Alltag ist praktisch gar nicht mehr vorhanden – sei es der Händedruck, das Wangenküsschen oder die Umarmung. Das belastet uns. Und zwar womöglich mehr, als es uns bewusst ist.

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Kein Wunder: Sich dauerhaft von lieben Kontakten fernzuhalten, ist gegen die menschliche Natur. Wir sind sehr soziale Wesen und kommunizieren auch über Berührungen mit unserer Umwelt. "Der menschliche Organismus kann nicht gut ohne ein ausreichendes Maß an Körperinteraktion gedeihen", sagt dazu der Experte Martin Grunwald vom Haptik-Forschungslabor in Leipzig gegenüber dem BR.

Körperkontakt schüttet Glückshormone aus

Eine Berührung löst viel in uns aus. Wir fühlen uns geborgen, geschützt und getröstet. Der Körper schüttet Glückshormone aus, wie etwa Dopamin und Oxytocin. Fehlt uns das auf Dauer, fühlen wir uns niedergeschlagen. Sensible Naturen oder Menschen, die viel Körperkontakt brauchen, leiden besonders unter den Corona-Umständen. “Bei körperbedürftigen Menschen kann das schon ganz dramatische Reaktionen hervorrufen – bis hin zu psychischen Erkrankungen, Depressionen und Angststörungen", meint Haptikforscher Grunwald.

Öfter mal Bäume umarmen

Natürlich gibt es immer noch die Angehörigen im eigenen Haushalt und die Partner zum fest drücken. Auch ein Haustier zu herzen, kann helfen. Wem das nicht reicht oder wer alleine lebt, kann es wie die Finnen machen und einfach mal Bäume umarmen.

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