Konter-Konquistadoren: Sieben Zapatisten wollen Spanien erobern

Moritz Piehler
·Freier Autor
·Lesedauer: 2 Min.

Es ist ein Eroberungszug der besonderen Art, der sich in Mexiko auf den Weg macht. Sieben Zapatisten wollen Spanien erobern und segeln dafür mit einem Holzboot über den Atlantik.

Zumindest ist das Boot, mit dem der Atlantik überquert werden soll nicht aus Pappe, wie dieses hier auf dem Kopf einer Altivistin. (Bild: PEDRO PARDO/AFP via Getty Images)
Zumindest ist das Boot, mit dem der Atlantik überquert werden soll nicht aus Pappe, wie dieses hier auf dem Kopf einer Altivistin. (Bild: PEDRO PARDO/AFP via Getty Images)

Vor fünfhundert Jahren hatten spanischen Konquistadoren Mexiko eingenommen und für sich erobert. Am 13. August 1521 fiel die berühmte Azteken-Stadt Tenochtitlan und damit auch das Reich der indigenen Herrscher. Genau zu diesem historischen Datum wollen die Zapatisten nun Spanien erreichen. Dafür segeln sie in einem selbstgebauten hölzernen Schiff am heutigen 3. Mai in Isla Mujeres in Mexiko los. 

Die besten Länder der Welt: Kanada verdrängt bisherigen Spitzenreiter

Sieben mutige Konter-Konquistadoren der Zapatistischen Armee der Nationalen Befreiung EZLN (spanisch: Ejército Zapatista de Liberación Nacional) überqueren den Atlantik in die umgekehrte Richtung. Doch ihre Eroberung soll keine blutige sein, wie die der spanischen Konquistadoren, die fast die komplette indigene Bevölkerung des Kontinents auslöschte. Die sieben Segler wollen mit der symbolischen Aktion vielmehr Frieden bringen. Bei der Abfahrt in Isla Mujeres wurden die Sieben von einer jubelnden Menge von Unterstützern verabschiedet.

Dieser Inhalt stammt von einem Drittanbieter. Um diesen anzuzeigen, müssen Sie Ihre Datenschutzeinstellungen ändern.
Dazu hier klicken.

Europa heißt jetzt "Rebellisches Land"

Allerdings soll eine Namensänderung mit der Eroberung einhergehen. Der Zapatisten-Füher Subcomandante Galeano schrieb auf der Website Enlacezapatista im Duktus der einstigen Konquistadoren: "Ich erkläre, das von nun an dieser Ort, der momentan von den hier lebenden als 'Europa' bezeichnet wird SLUMIL K´AJXEMK´OP genannt werden soll." Der Name bedeute übersetzt "Rebellisches Land". Solange es noch Menschen dort gebe, die nicht "kapitulieren, sich kaufen lassen oder aufgeben" soll der Kontinent den neuen indigenen Namen tragen, erklärte Galeano. 

Auch die Ankunft des triumphalen Eroberungszuges ist schon geplant."Sollten wir es schaffen, dort zu landen und diejenigen, die den Kampf dort führen, Widerstand leisten und rebellieren mit Worten zu umarmen, wird es eine Party mit Gesang und Tanz geben," kündigten die Zapatisten an. "Und der Beat des Cumbia und der Rhythmus der Hüften wird ferne Länder und Himmel erschüttern." Erst einmal aber muss das "Geschwader 421" auf dem Holzboot, das auf den Namen "La Montana" getauft wurde, die fast 9000 Kilometer lange Reise überstehen. Auf diesem Instagram-Foto ist die "La Montana" schon unter vollen Segeln zu bestaunen.

Dieser Inhalt stammt von einem Drittanbieter. Um diesen anzuzeigen, müssen Sie Ihre Datenschutzeinstellungen ändern.
Dazu hier klicken.

Dort wollen sich die ehemaligen Guerilleros mit anti-kapitalistischen Gruppen aus 30 verschiedenen Ländern treffen. Die vornehmlich aus indigenen Frauen bestehende Organisation setzt sich im Bundesstaat Chiapas in der Folger ihres bewaffneten Aufstandes mit mit politischen Mitteln für die Rechte der indigenen Bevölkerung Mexikos und kämpft für eine autonome Selbstverwaltung. 

VIDEO: Videografik: Die Eroberung des Weltalls