Konzert in Berlin: Zuhören statt mitsingen bei Annett Louisan im Tempodrom

Annett Louisan hat die Lolita-Phase hinter sich gelassen und schlägt auch ernste Töne an. Den Fans im Tempodrom gefiel es.

Eine rote Couch hat sie zwar auf der Bühne stehen, aber der divenhafte Sektkübel daneben fehlt. Annett Louisan ist auf der "ersten proseccofreien Tour" ihres Lebens und der Grund dafür ist schon unübersehbar - sie erwartet ein Kind. Dieser "Passagier" wird noch lange vor ihrer international besetzten neuen Band vorgestellt und mit ihrer natürlichen Art hat Louisan das Publikum wie immer sofort ganz bei sich. Es hat auf sie gewartet und auch Louisans Freude, wieder einmal in Berlin zu spielen, ist echt.

Auf Multimediakrimskrams verzichtet sie. Eine lange Reihe warmes Licht spendender Glühbirnen schlängelt sich im Halbkreis über den Köpfen der Musiker, die in sparsam verteilten Lichtkegeln sitzen - nichts lenkt von der Musik ab und das ist auch nicht nötig. Das weiche Schlagzeug, die unaufdringlichen Gitarren, die zurückhaltenden Klavier- oder Celloarrangements bleiben stets auf höchstem Niveau und Louisans Stimme legt sich gewohnt schwerelos darüber.

Das Konzert ist ein Querschnitt ihres Schaffen, von der ersten Platte über das letzte Coveralbum bis zu unveröffentlichten Songs. Den Anfang macht "Kleine Zwischenfälle", es folgen "Die Dinge" vom ersten Album und der ruhige Neuling "Zweites erstes Mal".

Und siehe: Annett Louisan ist ziemlich ernst geworden. Vordergründig mag das ein Widerspruch sein zu den freudigen privaten Erwartungen, in denen sie schwelgt und die sie ungezwungen mit dem Publikum teilt. Doch in Wirklichkeit ist sie einfach den Lolitaschuhen entwachsen. Diese Phas...

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