US-Präsidentschaftswahl: Triumph im Schatten der Krise

7. November 2012
Obama will die USA einen
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Bei der US-Präsidentschaftswahl hat Barack Obama einen historischen Sieg errungen und seinen Einsatz für die Einheit des tief gespaltenen Landes versprochen. "Wir sind nicht so geteilt, wie unsere Politik das glauben machen will", sagte der 51-Jährige nach seinem Sieg über den Republikaner Mitt Romney. Bei der Wahl sicherte sich Obama die Stimmen von fast drei Fünfteln der Wahlmänner in den Bundesstaaten

Wahltriumph für Barack Obama: Trotz hoher Arbeitslosigkeit und mauer Konjunktur ist der US-Präsident für weitere vier Jahre im Amt bestätigt worden. "Ich war niemals hoffnungsvoller, was Amerika betrifft. Und ich fordere euch auf, diese Hoffnung aufzunehmen", sagte er nach seinem Sieg über den Republikaner Mitt Romney. Der Demokrat gewann die Stimmen von fast drei Fünfteln der Wahlmänner.

"Für die Vereinigten Staaten von Amerika kommt das Beste erst noch", sagte Obama vor jubelnden Anhängern in Chicago. Zugleich bot er Romney seine Zusammenarbeit an, "um das Land voranzubringen". Der Präsident versicherte, er sei "entschlossener und begeisterter als je zuvor". Obama war 2008 zum ersten afroamerikanischen Staatschef der USA gewählt worden. Er ist nach Bill Clinton erst der zweite Präsident der Demokraten seit dem Zweiten Weltkrieg, der die Wiederwahl schaffte.

Romney gestand seine Niederlage ein. Er habe dem Präsidenten zu seinem Sieg gratuliert. "Das ist eine Zeit großer Herausforderungen für Amerika, und ich bete, dass der Präsident Erfolg haben wird, unsere Nation zu führen", sagte er.

In der Wahlnacht lieferten sich Obama und Romney zunächst das erwartet enge Rennen um die Stimmen im Wahlmännergremium, das Obama nun noch offiziell zum Staatschef küren muss. Während der Präsident in den traditionell demokratischen Bundesstaaten im Nordosten der USA die meisten Stimmen erhielt, konnte der Republikaner sich Texas und andere konservative Südstaaten sichern.

Als Obama dann in den heiß umkämpften Bundesstaaten New Hampshire und Wisconsin gewann, neigte sich das Ergebnis zu seinen Gunsten. Romney holte zwar North Carolina, Obama aber fast alle anderen sogenannten Swing States, die wegen wechselnder Mehrheiten ausschlaggebend sind. Der Präsident wurde in Iowa, Ohio, Colorado, Nevada und Virginia zum Sieger erklärt.

Die Erfolge in den Swing States hoben Obama über die erforderliche Schwelle von 270 Wahlmännerstimmen. Nach jüngsten Angaben der Fernsehsender sicherte sich Obama 303 Stimmen, Romney 206. Die Angaben zu Florida, wo das Rennen äußerst knapp war, stehen noch aus, weil die Auszählung in der Nacht unterbrochen worden war. Entscheidenden Einfluss auf das Ergebnis kann Florida aber nicht mehr nehmen.

Neben dem Erfolg in den Swing States war die hohe Wahlbeteiligung unter Latinos, Schwarzen und Jungwählern ausschlaggebend für den Wahlsieg des Demokraten. Die Wahlbeteiligung dieser traditionell deutlich den Demokraten zugeneigten Gruppen war in etwa so hoch wie bei Obamas erstem Triumph 2008.

Im US-Kongress wird indes auch künftig ein Patt herrschen: Während die Republikaner ihre Mehrheit im Repräsentantenhaus bei der Kongresswahl verteidigen konnten, behielten die Demokraten die Oberhand im Senat, wie US-Sender berichteten. Damit droht weiter politischer Stillstand in Washington bei wichtigen Themen.

Dabei sind die innenpolitischen Herausforderungen für Obama immens. Bei der Haushaltskonsolidierung steuert der Kongress auf das "fiscal cliff" zu: Ohne eine Einigung kommt es zum Jahresbeginn 2013 automatisch zu einer Kürzung der Staatsausgaben und zu Steuererhöhungen mit der Gefahr einer Rezession.

Die Wirtschaft erholt sich derzeit nur langsam, die Arbeitslosigkeit liegt mit 7,9 Prozent auf einem hohen Niveau.

Erstmals seit mehr als 70 Jahren wurde ein US-Präsident vor dem Hintergrund einer solch hohen Arbeitslosenquote wiedergewählt.

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