Kopten schränken Osterfeierlichkeiten nach Anschlägen in Ägypten ein

Koptische Frauen trauern nach Anschlag in Alexandria

Die koptische Kirche in Ägypten beschränkt nach den schweren Anschlägen auf zwei Kirchen der christlichen Minderheit die diesjährigen Osterfeierlichkeiten. Die Kirchenführung erklärte am Mittwoch, dass es lediglich einfache Messen in den Gotteshäusern geben werde. Dies geschehe angesichts der "derzeitigen Umstände" und aus "Solidarität mit den Familien der Opfer".

Ein Vertreter des koptischen Patriarchats sagte, dieses Jahr würden die Kirchen nicht geschmückt. Üblicherweise schenkt der koptische Papst an Ostern den Kindern Bonbons und Süßigkeiten. Auch dieser Brauch werde am kommenden Wochenende entfallen, sagte der Patriarchatsvertreter. Es gebe zudem Absprachen mit den ägyptischen Sicherheitskräften, "um die Sicherheitsmaßnahmen rund um die Kirchen zu verstärken".

Am vergangenen Palmsonntag hatten Attentäter zwei koptische Kirchen in Tanta nördlich von Kairo und in Alexandria angegriffen. Dabei wurden insgesamt 45 Menschen getötet und dutzende weitere verletzt. Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte die Taten für sich und drohte mit weiteren Anschlägen. Die Regierung verhängte daraufhin einen dreimonatigen Ausnahmezustand mit erweiterten Befugnissen für die Sicherheitsbehörden, der am Montag in Kraft trat.

Die Kopten machen etwa zehn Prozent der 90 Millionen Einwohner Ägyptens aus, deren überwältigende Mehrheit muslimisch ist. Die christliche Minderheit ist immer wieder gewaltsamen Angriffen ausgesetzt und wirft den Behörden vor, zu wenig für ihren Schutz zu tun. Die jüngsten Attentate fanden vor dem ersten Ägypten-Besuch von Papst Franziskus statt, der für den 28. und 29. April vorgesehen ist.

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