Korruptionsermittlung gegen Ex-Vizechef von St. Petersburgs Strafvollzugsbehörde

Wegen des Verdachts der Korruption beim "größten Gefängnis Europas" wird in Russland gegen einen ehemaligen hochrangigen Beamten der Justizvollzugsbehörden ermittelt. Wie die Nachrichtenagentur AFP am Freitag aus Ermittlungskreisen in St. Petersburg erfuhr, wird Sergej Moïsenko vorgeworfen, beim Bau der mutmaßlich größten Strafanstalt Europas in St. Petersburg 710 Millionen Rubel (rund zehn Millionen Euro) von zwei beteiligten Bauunternehmen angenommen zu haben. Ihm drohen acht bis 15 Jahre Haft.

Der frühere Vizechef der St. Petersburger Strafvollzugsbehörde ist bereits seit mehreren Monaten in Untersuchungshaft - er war zuvor angeklagt worden, den Mord an einem Mitarbeiter in Auftrag gegeben zu haben, um den mutmaßlichen Korruptionsfall zu vertuschen.

Ein Gericht sprach den ehemaligen Gefängnisbeamten im Juli von den Anschuldigungen frei, Russlands Oberster Gerichtshof hob das Urteil jedoch kürzlich wieder auf und gab den Fall an die Ermittler zurück.

Der Bau des 2017 eröffneten Gefängnisses "Kresty 2" kostete nach Behördenangaben zwölf Milliarden Rubel (rund 170 Millionen Euro) und dauerte zehn Jahre. Das Gefängnisareal im Herzen von St. Petersburg ist demnach 35 Hektar groß und hat Platz für 4000 Gefangene. Die Zellen für jeweils zwei oder vier Gefangene sind 16 bis 30 Quadratmeter groß.