Korruptionsprozess gegen südafrikanischen Ex-Staatschef auf August vertagt

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Zuma muss sich wegen Betrugs, Bestechung und Erpressung verantworten

Der Korruptionsprozess gegen den früheren südafrikanischen Präsidenten Jacob Zuma wird am 10. August fortgesetzt. Ein Gericht in der Stadt Pietermaritzburg gab am Dienstag dem Antrag von Zumas Anwälten auf Vertagung des Verfahrens statt. Der Prozess gegen den Ex-Staatschef war erst am Montag Online wieder aufgenommen worden.

Zumas Anwälte hatten argumentiert, dass die virtuelle Abhaltung des Prozesses gegen Zumas Grundrechte verstoße. So könne sich der per Video zugeschaltete Ex-Staatschef während seiner Anhörung nicht mit seinem Anwaltsteam beraten.

Die Stiftung des 79-jährigen Ex-Präsidenten zeigte sich erfreut über die Verschiebung des Prozesses. "Die Verfassung hat endlich gesiegt", erklärte sie auf Twitter.

Zuma muss sich wegen Betrugs, Bestechung und Erpressung vor Gericht verantworten. Ihm wird vorgeworfen, Ende der 90er Jahre im Zuge eines Rüstungsgeschäftes hunderttausende Euro Bestechungsgelder angenommen zu haben. Nach zahlreichen Vertagungen und Verzögerungen begann der Prozess im Mai, damals wies der langjährige ehemalige Präsident alle Vorwürfe von sich.

Inzwischen verbüßt Zuma wegen Missachtung der Justiz in einem anderen Verfahren eine 15-monatige Haftstrafe - er war trotz gerichtlicher Vorladungen mehrfach den Anhörungen einer Untersuchungskommission zu den Korruptionsvorwürfen während seiner Amtszeit (2009-2018) ferngeblieben.

Im Zusammenhang mit Zumas Inhaftierung am 8. Juli hatte es in Südafrika tagelange massive Ausschreitungen gegeben, bei denen mehr als 210 Menschen getötet wurden. Als Reaktion auf die Gewalt und Plünderungen setzte die Regierung die Armee ein.

isd/ans

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