Korruptionsprozess gegen Südkoreas Ex-Präsidentin wird neu aufgerollt

Südkoreas Ex-Präsidentin Park Geun Hye
Südkoreas Ex-Präsidentin Park Geun Hye

In Südkorea ist am Mittwoch der Prozess gegen Ex-Präsidentin Park Geun Hye wieder aufgenommen worden, die wegen Korruption und Machtmissbrauchs zu einer Haftstrafe von insgesamt 32 Jahren verurteilt worden war. Die Anhörung wurde nach fünf Minuten beendet und das Verfahren auf den 31. Januar vertagt, weil Park den Prozess boykottiert, wie die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap berichtete. Park droht eine noch längere Haftstrafe.

Park war im Frühjahr 2017 wegen des Korruptionsskandals endgültig ihres Amtes enthoben worden - zuvor hatte es Massenproteste gegen die konservative Präsidentin gegeben. Vor Gericht wurde sie dann für schuldig befunden, von mehreren Konzernen illegal umgerechnet etwa 18 Millionen Euro erhalten oder zugesagt bekommen zu haben. Außerdem habe sie Geheimdokumente weitergegeben und kritische Beamte entlassen.

Park wurde im April 2018 wegen Korruption und Machtmissbrauchs zunächst zu 24 Jahren Haft verurteilt worden. Ein Berufungsgericht verlängerte die Strafe später um ein weiteres Jahr. Sie wurde zudem zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt, weil sie illegal Gelder vom Geheimdienst des Landes angenommen hatte. Hinzu kamen noch zwei Jahr Haft für Verstöße gegen das Wahlgesetz.

Das Oberste Gericht des Landes hatte den Fall wegen Verfahrensfehlern zurück an das Hohe Gericht in Seoul verwiesen. Demnach hätten manche Korruptionsvorwürfe gegen die Ex-Präsidentin in einem separaten Prozess verhandelt werden müssen - was mit einer noch höheren Haftstrafe für Park enden könnte.